Deshalb Sind Similan Speedboottouren Weiterhin Enttäuschend

Eine Schnorcheltour zu den Similan Inseln ist der Topseller unter den Tagesausflügen in Khao Lak schlechthin. Auf Tripadvisor, Holidaycheck und ähnlichen Bewertungsforen häufen sich die negativen Kommentare zu den Similan Schnorcheltouren – und auch wir hier hören dies von unseren Kunden im täglichen Gespräch. Hier erfahren sie die Hauptgründe, warum die Similan Schnorcheltouren oft eine Enttäuschung für die Erwartungen, gerade der Mitteleuropäischen Besucher ist. Die hier genannten Hauptgründe spielen natürlich im täglichen Betrieb zusammen und können sich jeweils verstärken:

1. Die Popularität

tagestouristen am strand insel 4 2015Es liegt in der Natur der Sache, dass je beliebter ein Ausflugsziel ist, desto mehr Besucher sind dort zu erwarten und natürlich desto mehr lokale Anbieter bedienen diesen Bedarf. Dies ist einer der wenigen Gründe, die auf das Verhalten der Gäste zurückzuführen ist. Wenn sie als Besucher in Khao Lak als eines ihrer Hauptziele für Ausflüge die Similans in Betracht ziehen, so können sie davon ausgehen, dass dies den meisten anderen Besuchern genauso geht und sie sich damit in einer großen Gesellschaft befinden.

2. Entfernung und Preis

Die Similans liegen, je nach Abfahrtshafen, gute 70km vor dem Festland. Eine Überfahrt mit einem Speedboot dauert daher ca eine bis anderthalb Stunden pro Strecke und bedarf ca 350-500 Liter Treibstoff – je nach Bootstyp und „Beladung“. Die Auslastung der Speedboote im täglichen Betrieb erhöht die Kosten für Maschinenwartung und vor allem Motorenöl beträchtlich. Zusätzlich zu diesen rein betriebstechnischen Kosten kommen dann noch die Parkgebühren von 500,- THB pro Gast, sowie die Mahlzeiten für die Gäste, die vom Nationalpark gestellt werden und zu einem Festpreis dort von den Anbietern erworben werden müssen. Hierüber ergeben sich reine Betriebskosten von ca 1700,- bis 1900,- THB pro Gast – und hierbei ist die Verwaltung der Buchungen bei den Anbietern sowie der im Verksaufspreis standardmäßig inbegriffene Hoteltransfer noch gar nicht mit eingerechnet.

similan speedboot 2015

Typisches Speedboot für 45 Gäste – verantworungsbewusste Anbieter nehmen nur 35 Personen mit – dies aber nicht zum billigsten Preis

In der Vergangenheit gab es die Möglichkeit einzelner Anbieter auf Basis einer rechtlichen Grauzone spezielle Vereinbarungen mit der lokalen Nationalparkbehörde zu treffen um zu einer Art „Mengenrabatt“ bei den Nationalparkgebühren zu kommen. Daher konnten einige Anbieter in der Vergangenheit sehr günstige Preise, um die 2500,- THB, für diese Touren anbieten. Dies war wohl damals schon nicht ganz rechtens und wird seit diesem Jahr genauestens vom zuständigen Ministerium für Nationalparks unterbunden und strengstens kontrolliert. Nun haben sich aber sowohl im kollektiven Bewusstsein, als auch in den Verträgen mit großen Reiseveranstaltern aus Übersee die alten überbilligten Preise festgesetzt, obwohl diese seit der Durchsetzung der Zahlpflicht für Parkgebühren für die meisten Anbieter der Schnorcheltouren unterhalb der Gewinnschwelle liegen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt und hieraus folgen die meisten Umstände, die die Gäste dann als unzufriedenstellend auf den Touren wahrnehmen. Denn selbst ein Preis von 2500,- bis 3000,- THB (immerhin ja um die 60,- / 70,- €) scheint nicht ganz billig, vor allem wenn Tourcounter auf der Hauptstrasse weiterhin mit Preisen um die 2000,- THB winken. Wie bereits erwähnt würden die jeweiligen Anbieter zu diesen Endpreisen Verluste einfahren, wenn sie nicht diverse Massnahmen treffen würden, um ihre Unternehmen weiterhin am Leben zu halten – und hierbei bieten sich erstmal nur zwei Alternativen an:

  • Befüllung der Boote bis zur Obergrenze
  • Sparen, wo es nur geht

Beide dieser Punkte erfahren die Gäste dann meist in vollem Umfange, nachdem sie ihr begehrtes Schnäppchen an einem der Tourcounter ergattert haben, und dann bei 60,- € für die Tour auch noch mit gewissen Erwartungen in diesen Tag gehen. Motoren und Boote sind dann oft nicht in dem Zustand in dem sie sein sollten. Das Personal am Pier und auf den Booten gehört meist nicht zu den besser Bezahlten und damit natürlich auch nicht zu den Bestqualifizierten. Das Angebot an Erfrischungen und Snacks lässt oft zu wünschen übrig, das Schnorchelequipment kann bereits einige Jahre auf dem Buckel haben und die Boote sind oft randvoll. Oft kommen die Beschwerden hierüber dann von Gästen deren priorität vorher war, diese Tour zum allergünstigsten Preis zu bekommen. Wir möchten hier keine spezifischen Schuldzuweisungen aufstellen, generell ist die heutige Situation aus einem Zusammenspiel von „preisbewussten“ Gästen, „findigen“ Speedbootbetreibern und „hart verhandelnden“ Reiseveranstaltern zustandegekommen – alle dieser Parteien haben an der heutigen Situation wohl ihren eigenen Teil der Verantwortung zu tragen.

Nun gut, als Gast hat man dann die 65,- € „teure“ Tour schweren Herzens gebucht und dann Morgens am Pier festgestellt, das dies wohl eher die untere Preiskategorie ist, und man sich nun in der Holzklasse mit 45 anderen auf einem 14 Meter Speedboot befindet – na ja egal, die Riffe sind wohl für alle die gleichen und wenigstens kann man sich darauf freuen gleich zwischen traumhaften Korallen und bunten Tropenfischen zu schwimmen – wenigstens das bleibt dann noch, oder? Denkste, denn:

3. Der Zustand der Riffe – Die Nachwirkungen der Korallenbleiche 2010

Glasklares Wasser, aber tote Korallen und kaum Fisch

Glasklares Wasser, aber tote Korallen und kaum Fisch

2010 wurden die Similans von La Nina (dem Rückstoss 8 Monate nach El Nino) monatelang schwer von sehr warmen Wasser getroffen, was zum Absterben von ca 80-90% der Korallenstöcke im flachen Wasser führte. Seit 2012 erholen sich die Korallen wieder – dies aber meist in tieferen Wasserschichten zwischen 10 und 40 Metern (für Taucher sind die Similans daher wieder sehr interessant, vor allem da sich seit 2014 auch öfter wieder Grossfisch auf den Similans selbst zeigt). Dies erfahren sie natürlich nicht an dem Tourcounter der ihnen diesen ausgesprochen guten Preis für die Similan Tour anbietet – und heute fünf Jahre nach der großen Bleiche (die übrigens weltweit zu beobachten ist) könnte man auch von den Gästen mittlerweile erwarten, dass sie sich selbst über den aktuellen Zustand der Similans informiert haben, bevor sie kommen – das Internet ist voll von aktuellen Beschreibungen der Riffe auf den Similans. In den Jahren 2010-2012 wäre es dem Verkaufspersonal wohl geboten gewesen auf die neue Situation hinzuweisen – aber heutzutage möchten man fast sagen: „ja, genau wie überall anders auf der Welt gibt es auch hier einen großen Teil abgestorbener Korallen.“ Die Realität ist aber dass viele Gäste dies dann erst auf ihrem ersten Schnorchelgang auf der Tour realisieren, was am Ende beim Mittagessen auf dem überfüllten Strand, die Enttäuschung über den ach so traumhaft vorgestellten, und mit Erwartungen beladenen, Schnorcheltrip perfekt macht.

Was ist die Lösung?

Eine kurzfristige Lösung all dieser Umstände ist sehr unrealistisch. Als Besucher in Khao Lak haben sie aber die Möglichkeit von einem Teil des Problems zu einem Teil der Lösung zu werden.

Weichen Sie auf andere Ziele aus

Diverse Anbieter haben die Situation erkannt und bieten alternative Ziele an. Als Schnorcheltour empfiehlt sich da zuallererst einmal Touren zum Surin Archipel an, vor allem da dort die Korallen wirklich noch in einem guten Zustand bis direkt unter die Wasseroberfläche sind. Weiterhin gibt es momentan nur wenige Anbieter die direkt von Khao Lak aus nach Surin operieren und der Besucherandrang sich daher (noch) in Grenzen hält.

Wem eher weniger am Schnorcheln liegt und wer dafür mehr an einsamen Inseln, Strände und tropische Landschaft interessiert ist, für den gibt es nun die ganz neuen Touren zum Kam Archipel. Die Kam Inseln werden momentan von nur einem einzigen Anbieter aus Khao Lak an maximal zwei Wochentagen angefahren und bieten daher echtes privates Inselabenteuer weit abseits vom Massentourismus der Similan Inseln.

Wenn es unbedingt die Similans sein müssen – am schönsten sind sie früh morgens und spät Nachmittags, wenn keine Tagesgäste anwesend sind. Buchen sie eine Safari oder eventuell eine Übernachtoption auf den Inseln. Dort bekommen sie wenigstens das echte Inselfeeling für ihr Geld.

Kommunizieren Sie ihre Meinung mit den zuständigen Mitarbeitern und vor allem: lehnen sie billige Tagestouren ab!

Winken sie ab, wenn ihnen Similan Touren für unter 3000,- THB angeboten werden, haken sie im Verkaufsgespräch genau nach, wieviele Leute denn mit auf dem Boot sind, was die Abfahrtszeiten angeht und in welchem Zustand die Boote sind. Geben Sie soviel ehrliches Feedback wie möglich nach ihrer Tour, berichten Sie dem Personal, den Reiseleitern – schreiben sie auf Tripadvisor, etc. Dies hat langfristig den höchsten Effekt, denn in Thailand hat man gelernt sich auf den Bedarf einzustellen.

Fazit

Nemo gibt es immer noch - Garantiert!

Nemo gibt es immer noch – Garantiert!

Die Situation auf den Similans befindet sich momentan in einem Teufelskreis aus Niedrigpreispolitik mit unerfüllbar hohen Erwartungen der Gäste. Ja die Similans sind, auch mit toten Korallen im flachen Wasser, immer noch einer der schönsten Orte dieser Welt und mit den richtigen Erwartungen auf einer vernünftig geführten Tour kann man auch einen tollen Tag dort verleben – besser sind aber zwei oder drei Tage auf einem Safariboot 😉
Die Kunden, respektive Gäste, haben mehr Macht über die lokalen Anbieter als sie sich bewusst sind – erst wenn genug Feedback von den Gästen zu den Anbietern und Reiseveranstaltern durchdringt werden große Veränderungen zum Besseren geschehen. Einige lokale Tourunternehmen haben sich bereits dazu entschlossen, den Betrieb zu den Similans vorerst komplett einzustellen, da sie kaum mehr zufriedene Gäste zurück brachten. Diese Anbieter sind aber weiterhin nur eine kleine Minderheit und daher bedarf es weiteren Druck aus „der Kundschaft“.

Unsere Mitarbeiter sind regelmäßig auf den Similans und gaben uns alle diese Informationen zur Veröffentlichung um wenigstens einen kleinen Beitrag zu leisten. Wir hoffen nun, dass sie mit diesen Informationen in ihrem nächsten Khao Lak Urlaub die für sie richtige Entscheidung bezüglich der Similans treffen können und wir wenigstens ein paar unserer Leser vor enttäuschten Erwartungen bewahren konnten.

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